Fachbereich: Neue Musik
XIV
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Fachbereichs-
leitung u. Sprechzeit(en):


Gerhard Scherer-Rügert
Tel.: 323 045 69








Neue Musik ist das weite Feld jenseits der klassisch-romantischen Tonsatzregeln, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Anfang nahm. Das hierarchische Tonartdenken nach altem Muster war überholt. Neue Beziehungen der Töne zueinander traten an dessen Stelle. Das Publikum der Zeit war schockiert. Was zunächst eine Art Revolte gegen das Überkommene und Tradierte war, erwies sich als fruchtbarer Ansatz für einen ganzen Kosmos neuer akustischer Erscheinungsformen in denen nichts unmöglich scheint. Da gibt es die Anhäufung von dissonanten Tönen neben der Reduktion auf nur einen einzigen Ton, die Abwendung von Rhythmus neben rhythmischer Schichtung, es musiziert ein Klavier ohne Tasten mit 24 Mähdreschern und es gibt immer noch das Sinfonieorchester mit dem Streichquartett neben dem Akkordeon mit CD-Zuspiel. Ähnlich der bildenden Kunst durch die Abkehr vom Gegenständlichen führte das Hinterfragen der Tonalität in der Musik zu dem was Kunst am nötigsten braucht: Freiheit.
Dass sich dadurch die Fasslichkeit und scheinbare Verständlichkeit der Werke nicht erhöhte, war unvermeidlich. Genau an diesem Punkt kann die eigene Auseinandersetzung mit der Materie Abhilfe schaffen. Nur das Selbertun, das Hingehen, der Versuch zu verstehen, lediglich das eigene Erfahren führen zu verblüffendem Zugang. Deshalb ist uns dieser Fachbereich wichtig als Arbeit an der Zukunft.